Saisunee
Thai Massage
 

Die Thai Traditional Massage ist eine traditionelle Massagemethode der Thai, die sich seit über 3500 Jahren bei vielen chronischen Krankheiten bewährt hat. Nach fernöstlicher Überzeugung ist die Funktion des menschlichen Organismus unmittelbar in Zusammenhang stehend mit dem ungehinderten Fließen der Energie in den Sen (Energielinien ähnlich den Meridianen). Beschwerden treten daher auf, wenn die Energie entweder durch Verlangsamung oder durch Blockaden nicht mehr richtig fließt. Durch die Thai Traditional Massage wird der Energiefluß in den Sen wieder normalisiert, wodurch vielerlei Beschwerden, Schmerzzustände, auch organische Fehlfunktionen beseitigt oder wesentlich abgemildert werden können.

Laut den Lehren des Wat-Po werden durch Anwendungen der Thai Traditional Massage die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert und ausgeglichen. Sie sollten nicht mit den üblichen Massagemethoden der Körpermuskulatur verwechselt werden. Bei der Thai Traditional Massage werden die Energielinien des Körpers durch genau festgelegte Druck- und Dehnungstechniken behandeln.

Auch die traditionelle Thai Massage hat in der Geschichte der Heilbehandlung weit zurückliegende Wurzeln. Die Yogaelemente der Thai-Massage verweisen auf einen indischen Ursprung. In Bezeichnung und Verlauf ähneln die Energielinien der Thai-Massage den in Indien geläufigen Energielinien.

Die Thai-Massage wurde im 5. Jahrhundert v. Chr. von dem nordindischen Arzt Jívaka-Komárabhacco entwickelt und gelehrt. Jívaka war Schüler des damals weit über die Grenzen Indiens berühmten Arztes Atreya. Von ihm erhielt er tiefe Einblicke in die alten Heilwissenschaften Indiens wie das Ayurveda und das Yoga. Durch seine Heilerfolge wurde er bald an den Hof von König Bimbisara gerufen und lernte dort Siddharta Gautama, den "Buddha" kennen. Durch den reichen Austausch mit ihm entwickelte er sein medizinisches System, mit dessen Hilfe er auf vier Weisen seine Patienten behandelte: 

  1. Massage
  2. Naturheilkunde
  3. Ernährungsweise
  4. spirituelle Praktiken

Was Kaiser Konstantin für das Christentum, war Kaiser Ashoka für den Buddhismus. Er entsandte Mönche in alle Himmelsrichtungen. Diese brachten über Myanmar neben ihrer buddhistischen Lehre ab dem 3.Jahrhundert v. Chr. auch das medizinische Wissen mit. Waren es in der frühen buddhistischen Epoche Thailands noch Wandermönche, die in den Wäldern lebten und meditierten, wurden im 1. Jahrhundert nach Christus immer mehr Tempel ("Wat") gebaut, in denen die Mönche die Bevölkerung medizinisch (mit Massagen, Heilkräutern und Gebeten) behandelten.

Die traditionelle Thai-Medizin, die mit den ersten Thaivölkern aus Südchina kam, war nie ein starres Lehrgebilde. Sie nahm ständig Elemente anderer medizinischer Systeme auf, so auch die der aus Indien kommenden Wandermönche oder der Chinesischen Medizin. Es entwickelten sich 2 Stile, die sich wechselseitig beeinflussten, der „königliche“, der in den Klöstern praktiziert und auch schriftlich fixiert wurde, und der „schamanische“ Stil, der durch mündliche Tradition innerhalb der Familien über Generationen weitergegeben wurde.

König Rama I, der Begründer der heutigen Thai-Dynastie, ließ das größte und mittlerweile älteste Kloster Bangkoks, Wat Phra Chetuphon ("Wat Pho"), gegen Ende des 17. Jahrhunderts zum führenden Ausbildungszentrum für traditionelle thailändische Medizin ausbauen.

Die einzigen schriftlichen Überreste zur Thai-Massage sind auf Palmblättern in Pali-Sprache und Khmerschrift verfasst und wurden 1832 während der Regentschaft Rama III., im Tempel Wat Pho in Bangkok, in 60 Steintafeln graviert.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die im Wat Pho gesammelten Texte in die moderne Thaisprache übersetzt.

1957 eröffnete Wat Pho als erste Schule offiziell den Unterricht für traditionelle thailändische Medizin und ist auch heute noch das führende Ausbildungszentrum für traditionelle Thai Massage.

Trotz der systematisierten Unterrichtsform ist noch heute die traditionelle Thai-Massage tief mit dem Buddhismus verbunden. So sollte sie immer im Zustand der anteilnehmenden Freude, der Achtsamkeit, des Mitgefühls, und des Gleichmuts ausgeführt werden (vier "göttlichen Geisteszustände" aus der Lehre Buddhas).

Weiterführende teilweise sehr schön und anschaulich geschriebene Informationen finden Sie unter anderem auch hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Thai-Massage
http://traditional-thai-massage.com/index.htm (nur Thai, Japanisch & Englisch) 

 

 

  • Fotograf Heinrich Damm